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One-Page-Checkout – Warenkorb-Erinnerung

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Die Warenkorb-Erinnerung (Abandoned Cart Recovery) erinnert Kunden per E-Mail an einen liegengebliebenen Warenkorb. Sie ist standardmäßig ausgeschaltet und umfasst die Admin-Tabs „Warenkorb-Erinnerung" (Dashboard), „Abbrecher", „Erinnerungs-Mails" und „Sperrliste" sowie die Einstellungsgruppe „Erinnerungs-Einstellungen".

Erfassung und rechtliche Grundlage

Die Einstellung „Erfassungs-Modus" legt fest, wie die E-Mail-Adresse für die Erinnerung erfasst wird:

  • Mit Einwilligungs-Checkbox (Standard, empfohlen): Im Checkout erscheint eine nicht vorangehakte Checkbox. Nur wer sie selbst anhakt, wird gespeichert und angeschrieben; die Einwilligung wird mit Zeitpunkt, IP-Adresse, Textfassung und Verfahren protokolliert. Wählt der Kunde die Checkbox wieder ab, wird die Einwilligung widerrufen und die gespeicherten Daten sofort entfernt.
  • Ohne Checkbox (still erfassen): Es erscheint keine Checkbox; sobald der Kunde eine gültige E-Mail-Adresse eingibt, werden Adresse und Warenkorb gespeichert und bei Abbruch angeschrieben, ohne dass eine Zustimmung vorliegt. Dieser Modus ist nach § 7 UWG und der DSGVO in Deutschland, Österreich und der EU in aller Regel unzulässig und kann Abmahnungen, Bußgelder und Schadensersatzforderungen nach sich ziehen; die Verantwortung dafür trägt allein der Shop-Betreiber. Auch im stillen Modus wird protokolliert, dass keine Einwilligung vorlag.

Bei Gästen sichert standardmäßig ein Cloudflare-Turnstile-Captcha die Einwilligungs-Checkbox ab (Einstellung „Spam-Schutz"). Ohne hinterlegte Turnstile-Schlüssel sehen Gäste keine Checkbox; die Erinnerung funktioniert dann nur für angemeldete Kunden. Zusätzliche Grenzen gegen Missbrauch sind fest im Plugin hinterlegt: höchstens fünf verschiedene E-Mail-Adressen je Browser-Sitzung und drei verschiedene Sitzungen je Adresse innerhalb von 24 Stunden, dazu ein einstellbares Stundenlimit je IP-Adresse und eine Sperrliste für Adressen und Domains.

Erfasst werden E-Mail-Adresse (bei angemeldeten Kunden die des Kontos), Sprache, Währung, der erreichte Checkout-Schritt sowie der Warenkorb mit Artikeln, Bild und Produktlink, dazu Versand-, Verpackungs- und Zahlungsaufschlag sowie Gutscheine. Nach der eingestellten Abbruch-Schwelle ohne Aktivität gilt der Warenkorb als abgebrochen.

Ablauf der Erinnerungen

Ein stündlicher Cronjob versendet bis zu drei Erinnerungsstufen mit jeweils eigener Verzögerung nach dem Abbruch, nur innerhalb des eingestellten Versandfensters. Jede Erinnerung listet die Artikel mit Bild, Menge und Zeilenbetrag, darunter Versand, Verpackung, Zahlungsaufschlag und Gutscheine als eigene Zeilen sowie die Summe. Unter dem Link „Bestellung abschließen" (führt zurück in den Checkout mit wiederhergestelltem Warenkorb) stehen zwei weitere Optionen:

  • Warenkorb löschen: entfernt nur diesen gespeicherten Warenkorb; die Adresse bleibt frei für eine spätere, erneut zugestimmte Erfassung.
  • Nie wieder erinnern: setzt die Adresse dauerhaft auf die Sperrliste; sie wird nicht mehr gespeichert und nicht mehr angeschrieben, auch wenn die Checkbox im Checkout später erneut angehakt wird.

Jeder der drei Links prüft dabei eigenständig, ob er noch gültig ist. Ist der Wiederherstellungs-Link abgelaufen, bereits verwendet oder gehört er zu einem bereits zurückgeholten, abgemeldeten oder gelöschten Warenkorb, zeigt die Seite statt der Artikel nur einen Hinweis, dass der Link nicht mehr gültig ist, mit einem Link zurück in den Shop. Abbrüche, die älter sind als das eingestellte „Maximale Sequenz-Alter", erhalten keine Erinnerungen mehr.

Persönliche Kupons für die Erinnerungen (Tab „Erinnerungs-Mails")

Im Tab „Erinnerungs-Mails" lassen sich unter „Kupon-Angebote" persönliche Rabattcodes für die drei Erinnerungsstufen einrichten; die Erzeugung ist zunächst ausgeschaltet:

  1. Rabattvorlagen mit Name, Prozent- oder Festbetrag-Rabatt und Mindestwarenwert anlegen.
  2. Für die gewünschten Erinnerungsstufen Regeln mit Priorität und zugeordneter Vorlage anlegen; die kleinste Prioritätszahl wird zuerst geprüft, die erste passende Regel gewinnt. „Kein Kupon" ist eine Sperrregel.
  3. Regeln können Warenwertstaffeln, Artikel, Kategorien, Hersteller, Kundengruppen und Versandklassen berücksichtigen.
  4. Mit „Angebot simulieren" lassen sich gespeicherte Regeln an einem gespeicherten Warenkorb prüfen, ohne dass dabei Codes oder Mails entstehen. Erst danach „Neue Kuponangebote erzeugen" aktivieren.

Der eigentliche JTL-Kupon entsteht erst beim Versand der Mail; spätere Regeländerungen wirken sich nicht auf bereits zugesagte Angebote aus. Alle Kuponangebote einer Warenkorbserie zusammen können nur einen einzigen Kauf rabattieren. Die Beträge beziehen sich auf den Brutto-Warenwert der berechtigten Artikel ohne Versand in der Shop-Standardwährung; Warenkörbe in einer anderen Währung erhalten kein Angebot.

Admin-Tabs

  • Warenkorb-Erinnerung (Dashboard): Zeitraum 7/30/90 Tage; zurückgeholter Umsatz und Anzahl, abgebrochene Warenkörbe mit Warenwert, Recovery-Rate, Abmeldungen und vom Kunden gelöschte Warenkörbe; ein Trichter je Stufe (übergeben / geklickt / danach zurückgeholt – bewusst ohne Öffnungsrate und ohne Tracking-Pixel); die Abbruchstelle im Checkout; eine Warnung, wenn der Versand-Cron nie oder seit über zwei Stunden nicht lief.
  • Abbrecher: Liste aller Abbrüche ohne Bestellung mit Detailansicht (Warenkorb, Einwilligungsnachweis mit Zeitpunkt, IP, Textfassung und Verfahren, Erinnerungsverlauf je Stufe), den Aktionen „Sequenz stoppen" und „Sofort löschen (DSGVO)" sowie einem CSV-Export. In der Detailansicht eines gespeicherten Warenkorbs kann ein berechtigter Mitarbeiter zusätzlich „Bestellentwurf bearbeiten" wählen, um nach telefonischer Beauftragung durch den Kunden eine Bestellung im Backend anzulegen: Mengen ändern, Positionen entfernen, Artikel oder freie Zusatzpositionen ergänzen, einen Warenwertrabatt vereinbaren, Adressen speichern, Preise und Verfügbarkeit prüfen, Versand und Zahlung wählen und die Vorschau ausdrücklich bestätigen. JTL legt daraufhin eine reguläre Bestellung mit Vorkasse, Rechnung oder Nachnahme an; für ein installiertes PayPal-Checkout-Modul lässt sich zusätzlich ein Zahlungslink erzeugen, der manuell an den Kunden weitergegeben wird (kein automatischer Mailversand). Diese Funktion ist für die telefonische Auftragsannahme durch geschultes Personal gedacht, nicht für Kunden selbst.
  • Erinnerungs-Mails: je Stufe Rolle, Verzögerung, Aktiv-Status, Vorlagenstand je Sprache sowie eine Test-Mail-Funktion; darunter die Kupon-Angebote (siehe oben).
  • Sperrliste: siehe unten.

Sperrliste

Der Tab „Sperrliste" zeigt alle gesperrten Adressen mit Grund (Kunde selbst, manuell, unzustellbar) und Datum, mit Suche und Zählern je Grund. Hier tragen Sie Adressen ein, die sich beschwert haben oder dauerhaft unzustellbar sind; laufende Warenkörbe dieser Adresse werden sofort anonymisiert. Eine automatische Erkennung unzustellbarer Mails (Bounce-Erkennung) gibt es nicht; solche Adressen müssen von Hand eingetragen werden. Das Entfernen eines Sperrlisten-Eintrags stellt eine frühere Einwilligung nicht wieder her – der Kunde muss im Checkout erneut zustimmen.

Mailvorlagen

Die Mailvorlagen für alle drei Erinnerungsstufen liegen in 27 Sprachen (je Stufe HTML und Text) unter „Admin → E-Mail-Vorlagen" und lassen sich dort anpassen. Bei einem Plugin-Update ersetzt das Plugin nur Vorlagen, die noch dem Auslieferungsstand entsprechen; von Ihnen bearbeitete Vorlagen bleiben unangetastet. Der Tab „Erinnerungs-Mails" zeigt je Vorlage und Sprache den Stand.

Rechtliche Pflichten des Betreibers

Diese Funktion versendet Werbe-E-Mails. Vor der Aktivierung ist zu prüfen:

  • § 7 UWG: Ohne ausdrückliche Einwilligung ist der Versand unzulässig. Im Checkbox-Modus erzwingt das Plugin die Einwilligung serverseitig und protokolliert sie; die Beweislast im Streitfall liegt beim Betreiber.
  • Datenschutzerklärung: Ein Abschnitt ist zu ergänzen, der sinngemäß erklärt, dass bei Zustimmung zur Warenkorb-Erinnerung E-Mail-Adresse, Warenkorbinhalt sowie Zeitpunkt und IP-Adresse der Einwilligung gespeichert werden, um bis zu dreimal zu erinnern, dass jederzeit über den Abmeldelink in jeder E-Mail widersprochen werden kann, und wie lange Warenkorbdaten und Einwilligungsnachweis aufbewahrt werden.
  • Die genannten Fristen und die Anzahl der Erinnerungen müssen mit Ihren tatsächlichen Einstellungen übereinstimmen.

Speicher- und Löschfristen

  • Warenkorbdaten: Standard 30 Tage, höchstens 90 Tage. Ein täglicher Cronjob löscht nach Ablauf endgültig.
  • Einwilligungsnachweis: Standard 3 Jahre (Beweiszweck), einstellbar.
  • Abmelde-Liste (Sperrliste): unbefristet, damit ein Widerspruch dauerhaft respektiert werden kann.
  • Bei Kauf, Leeren des Warenkorbs oder Abmeldung werden die personenbezogenen Daten sofort entfernt.

Grenzen, die Sie kennen sollten

  • Bereits an die JTL-Mailwarteschlange übergebene Mails lassen sich bei einer Abmeldung nicht mehr zurückholen.
  • Es gibt keinen technischen One-Click-Unsubscribe-Header; der Abmeldelink im Mailtext funktioniert davon unabhängig.
  • Unzustellbare Adressen werden nicht automatisch erkannt und müssen manuell in die Sperrliste eingetragen werden.
  • Warenkörbe in anderen als den 27 ausgelieferten Sprachen werden bewusst nicht angeschrieben.
  • Die Erinnerungs-Mails selbst enthalten keinen Rabattcode, sofern keine Kupon-Regeln eingerichtet sind.
  • Ein Kauf ohne vorherige Erinnerungsmail zählt nicht als „zurückgeholt", sondern schließt den Datensatz nur ab.

Einstellungen (Tab „Einstellungen" → Gruppe „Erinnerungs-Einstellungen")

Einstellung Standard Beschreibung
Warenkorb-Erinnerungen aktivieren Aus Master-Schalter. An = abgebrochene Warenkörbe werden erfasst und Kunden erinnert.
Erfassungs-Modus Mit Einwilligungs-Checkbox Auswahl: Mit Einwilligungs-Checkbox (empfohlen) / Ohne Checkbox – still erfassen (rechtliches Risiko).
Spam-Schutz (Captcha) für die Einwilligungs-Checkbox Aus Betrifft nur Gäste. An = Cloudflare Turnstile muss vor dem Speichern der Einwilligung bestanden sein.
Abbruch-Schwelle (Minuten) 30 Nach so vielen Minuten ohne Aktivität gilt der Warenkorb als abgebrochen.
Erinnerung Stufe 1 aktiv An Erste Erinnerungs-Mail (Service-Erinnerung ohne Rabatt).
Stufe 1: Verzögerung (Minuten nach Abbruch) 45 Der Shop-Cron läuft stündlich, real ergibt sich eine Zustellung ca. 75–135 Minuten nach der letzten Aktivität.
Erinnerung Stufe 2 aktiv An Zweite Erinnerungs-Mail.
Stufe 2: Verzögerung (Stunden nach Abbruch) 24
Erinnerung Stufe 3 aktiv An Dritte und letzte Erinnerungs-Mail.
Stufe 3: Verzögerung (Stunden nach Abbruch) 72
Warenkorberinnerungen nur an Arbeitstagen senden Aus An = automatische Erinnerungen nur Montag bis Freitag im Versandfenster. Feiertage werden nicht berücksichtigt.
Versandfenster: frühestens ab (Uhr) 9 Shop-Serverzeit.
Versandfenster: spätestens bis (Uhr) 20 Shop-Serverzeit; ein Fenster über Mitternacht ist nicht möglich.
Löschfrist Warenkorb-Daten (Tage) 30 Maximal 90 Tage. Gilt auch für Wiederherstellungs-Links und persönliche Kupons.
Aufbewahrung Einwilligungs-Nachweise (Jahre) 3 Für den rechtlichen Nachweis.
Maximales Sequenz-Alter (Tage) 7 Abbrüche, die älter sind, erhalten keine Erinnerungen mehr.
Gültigkeit Warenkorb-Link (Stunden) 336 Nur für die Übernahme älterer Sequenzen; neue Sequenzen verwenden die Löschfrist der Warenkorb-Daten.
Maximale Mails pro Cron-Lauf 50 Begrenzung je stündlichem Cron-Lauf.
E-Mail-/Domain-Sperrliste leer Eine Adresse oder Domain je Zeile; *domain.de sperrt die gesamte Domain.
IP-Stundenlimit (Missbrauchsschutz) 120 Wie viele verschiedene E-Mail-Adressen je Stunde von derselben IP erfasst werden dürfen. 0 = Limit aus.
Shop läuft hinter Proxy/CDN Aus Nur aktivieren, wenn ein vorgelagerter Proxy den Header X-Forwarded-For zuverlässig selbst setzt; sonst Sicherheitsrisiko. Gilt gleichzeitig für die HTTPS-Erkennung des KI-Zugangs.

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Unser Support hilft Ihnen gerne weiter – bitte nennen Sie Plugin- bzw. Template-Version und Ihre JTL-Shop-Version.